Globaler Trend: Verdopplung der Roboterdichte in fünf Jahren
Innerhalb von fünf Jahren - von 2015 bis 2020 - stieg die durchschnittliche Anzahl industrieller Roboter auf 10.000 Mitarbeiter im globalen Produktionssektor von 66 auf 126 Einheiten. Dies ist fast eine Verdoppelung, was die dynamische Entwicklung der Automatisierung in der globalen Industrie zeigt. Nach Ansicht des IFR-Präsidenten Milton Guerry ist die Roboterdichte ein „Barometer für den Grad der Akzeptanz von Automatisierung“ weltweit. Die neuen Daten sind nicht nur Statistiken - sie spiegeln reale Veränderungen in den Produktionsstrategien, der Wettbewerbsfähigkeit und der Anpassung an veränderte Marktbedingungen wider.
Dieses Wachstum ist nicht gleichmäßig. Regionen wie Asien/Pazifik, Europa und Nordamerika weisen unterschiedliche Wachstumsraten auf. In Asien beträgt die Roboterdichte 134 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter, in Europa 123 und in Nordamerika 111. Das bedeutet, dass selbst Regionen mit einem niedrigeren Durchschnitt aktiv modernisiert werden, was in den kommenden Jahren zu einer Beschleunigung des globalen Trends führen kann.
Im Jahr 2020 betrug die Roboterdichte in China 246 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter, was dem neunten Platz weltweit entspricht - dies ist eine deutliche Verbesserung gegenüber der 25. Position vor fünf Jahren. Die Entwicklung der Roboterdichte in China ist die dynamischste der Welt: Das Wachstum der Anzahl installierter Roboter hat dazu geführt, dass die Dichte von 49 Einheiten im Jahr 2015 auf 246 im Jahr 2020 gestiegen ist. Dieser Trend zeigt, wie schnell sich Länder technologisch entwickeln und ihre industrielle Transformation beschleunigen.
Vergrößertes Bild.Vergrößerung schließen.Vorheriges Bild.Globale Spitzenreiter: Südkorea, Singapur und Japan führen das Feld an
Südkorea hält seit 2010 die Führung - seine Roboterdichte in der Industrie betrug im Jahr 2020 932 Einheiten pro 10.000 Mitarbeiter, was den globalen Durchschnitt um ein Siebenfaches übersteigt. Dies ist auf die starke Abhängigkeit des Landes von der Elektronik- und Automobilindustrie zurückzuführen - zwei Sektoren, die Robotik am intensivsten einsetzen. Die Robotik in Südkorea wächst seit 2015 durchschnittlich um 10 % pro Jahr.
Singapur belegt mit einer Dichte von 605 Einheiten pro 10.000 Mitarbeitern den zweiten Platz, und sein Wert ist seit 2015 durchschnittlich um 27 % pro Jahr gestiegen. Dies ist eines der deutlichsten Beispiele für eine gezielte Technologiepolitik - das Land investiert in die Automatisierung, um seine Wettbewerbsfähigkeit trotz der begrenzten Anzahl von Mitarbeitern aufrechtzuerhalten.
Japan, das mit einer Dichte von 390 Einheiten pro 10.000 Mitarbeitern den dritten Platz belegt, ist nicht nur ein führender Technologieanbieter in der Roboterproduktion - seine Hersteller lieferten im Jahr 2020 45 % des weltweiten Angebots. Dies zeigt, dass das Land nicht nur Roboter einsetzt, sondern auch produziert und exportiert. Das Wachstum der Dichte in diesen Ländern ist kein Zufall - es ist das Ergebnis einer strategischen Entscheidung, in Zukunftstechnologien zu investieren.
Europa: Deutschland ist führend, Großbritannien folgt
In Europa ist Deutschland das am stärksten automatisierte Land - mit einer Roboterdichte von 371 Einheiten pro 10.000 Beschäftigten belegt es den vierten Platz weltweit. Im Jahr 2020 machte die deutsche Robotikbranche 33 % des gesamten europäischen Marktes und 38 % der in Europa eingesetzten Roboter aus. Obwohl der Inlandsmarkt nicht schnell wächst, treibt der Export - insbesondere nach Asien - das Wachstum des Sektors voran.
Das Vereinigte Königreich, das einzige G7-Land mit einer Roboterdichte unter dem globalen Durchschnitt (101 Einheiten pro 10.000 Beschäftigte), verzeichnet ein deutliches Wachstum - von 71 Einheiten im Jahr 2015 auf 101 im Jahr 2020. Dies ist sowohl auf die Abwanderung ausländischer Arbeitskräfte nach dem Brexit als auch auf neue Steueranreize zurückzuführen. Seit April 2021 können Unternehmen bis zu 130 % der Kosten für Maschinen und Anlagen absetzen - die sogenannte „Super-Absetzung“. Dies könnte die Modernisierung der Produktion in Ländern beschleunigen, die bisher weniger automatisiert waren.
Auch andere EU-Länder weisen eine hohe Roboterdichte auf: Frankreich hat 194 Einheiten (Platz 16), und Länder wie Schweden (289), Dänemark (246) oder Italien (224) erreichen Werte, die deutlich über dem globalen Durchschnitt liegen. Dies zeigt, dass sich die Automatisierung in Europa nicht auf Deutschland beschränkt - es handelt sich um einen gesamtgesellschaftlichen Trend.
Bedeutung für die Industrie und die Zukunft der Arbeit
Das Wachstum der Roboterdichte ist nicht nur eine Frage der Technologie - es ist ein struktureller Wandel in der Art und Weise, wie die Produktion organisiert wird. In Ländern mit einer hohen Roboterdichte zeigt sich, dass die Automatisierung die Dekarbonisierung unterstützt: z. B. bei der Herstellung von Solarzellen oder Batterien für Elektrofahrzeuge. Dies zeigt, dass Roboter nicht nur ein Instrument zur Kostensenkung sind - sie können Teil einer Strategie für eine nachhaltige Entwicklung sein.
Gleichzeitig muss man sich bewusst sein, dass die Daten nur die Industrie umfassen - nicht Dienstleistungen, Logistik oder Medizin. Das Wachstum der Roboterdichte in der Produktion bedeutet nicht automatisch einen Wandel auf dem Arbeitsmarkt - kann aber neue Kompetenzen und Veränderungen in der Ausbildung erfordern. Das Beispiel des Vereinigten Königreichs zeigt, dass die Steuerpolitik ein starker Treiber für die Automatisierung sein kann, auch wenn diese keinen direkten Bezug zur Technologie hat.
Der IFR-Bericht betont, dass die Robotik auch die Modernisierung der Produktion in Entwicklungsländern unterstützt. Das Wachstum der Roboterdichte in China und anderen Regionen zeigt, wie die globale Automatisierung nicht nur zu einem technologischen Trend wird, sondern auch zu einem Element der Wirtschafts- und Umweltstrategie.



