Rekordabsatz weltweit
Im Jahr 2017 stiegen die weltweiten Verkäufe industrieller Roboter erreichten einen neuen Rekord - 387.000 Einheiten, was einem Anstieg von 31 Prozent gegenüber 2016 (294,3 Tausend Einheiten) entspricht. Dies ist nicht nur eine Bestätigung eines anhaltenden Wachstumstrends, sondern auch ein Signal für die Industrie, dass Automatisierung zur Norm und nicht mehr zur Ausnahme wird. Dieses Wachstum betraf alle wichtigen Weltregionen - von Europa über Nordamerika bis Asien. Ein wichtiger Faktor war die steigende Nachfrage nach flexiblen Produktionssystemen, die sich schnell an veränderte Marktbedürfnisse anpassen können.
Das Absatzwachstum ist nicht einheitlich - die Unterschiede zwischen den Regionen sind erheblich. In China, wo der Markt industrieller Roboter der größte der Welt ist, wurde ein Wachstum von 58 Prozent verzeichnet. Dies deutet auf eine Intensivierung der Investitionen in die Automatisierung in schnell wachsenden Volkswirtschaften hin. In Deutschland stiegen die Verkäufe um 8 %, in den USA um 6 %. Diese Daten zeigen, dass selbst in fortgeschrittenen Volkswirtschaften die Investitionen in Industrieroboter anhaltend steigen.
Asien dominiert, aber das Wachstum ist global
Im Jahr 2017 war Asien der wichtigste Markt für industrieller Roboter - darunter China, wo etwa 138.000 Einheiten installiert wurden. An zweiter Stelle lag Japan (ca. 46.000) und an dritter Stelle Südkorea (ca. 40.000). Dies bedeutet, dass ein erheblicher Teil des weltweiten Absatzes von Industrierobotern auf Asien entfiel. Das Wachstum beschränkt sich jedoch nicht auf diese Region. In Nordamerika war die USA mit etwa 33.000 verkauften Einheiten der größte Markt, und in Europa war Deutschland (ca. 22.000) führend. Dies zeigt, dass Automatisierung ein globaler Trend ist, nicht nur ein lokales Phänomen in Ländern mit hoher Wirtschaftskraft.
Das Absatzwachstum ist auch branchenübergreifend nicht einheitlich. Das größte Wachstum wurde in der Metallindustrie sowie in der Elektronik- und Lebensmittelindustrie verzeichnet. Dies deutet darauf hin, dass Roboter nicht mehr nur ein Bestandteil der Automobilproduktion sind, sondern zunehmend in Branchen mit komplexen Prozessen eingesetzt werden, die Präzision und Geschwindigkeit erfordern. Dieses Wachstum steht in engem Zusammenhang mit dem Bedarf an Kostensenkungen, Qualitätsverbesserungen und der Anpassung an veränderte Aufträge.
Bedeutet dies eine Massenautomatisierung?
Umsatzwachstum industrieller Roboter bedeutet nicht, dass alle Fabriken sie bereits besitzen. Die IFR-Daten zeigen nur die Anzahl der verkauften Einheiten - sie geben keine Auskunft darüber, wie viele davon tatsächlich in der Produktion eingesetzt werden. Viele Roboter können für Demonstrationen, Tests oder Pilotprojekte verwendet werden und nicht für den kontinuierlichen Einsatz. Daher muss man zwischen Verkauf und tatsächlicher Implementierung unterscheiden. Es gibt keinen Beweis dafür, dass alle installierten Roboter bereits aktiv in der Produktion eingesetzt werden - was bedeutet, dass ein Anstieg des Verkaufs nicht unbedingt einen gleichzeitigen Anstieg der Produktionseffizienz bedeutet.
Darüber hinaus deuten die wachsende Popularität von kollaborativen Robotern (Cobots) und einfachen programmierbaren Systemen darauf hin, dass die Automatisierung für kleine und mittlere Unternehmen zugänglicher wird. Dies kann zu einer Erweiterung des Marktes über die traditionellen Industriesektoren hinaus führen. Da es jedoch keine Daten über konkrete Implementierungen oder wirtschaftliche Auswirkungen gibt, lässt sich nicht eindeutig feststellen, ob dieser Anstieg der Verkäufe tatsächlich eine Zunahme der Automatisierung bedeutet.
Zukunft: Digitalisierung und Zusammenarbeit von Menschen mit Robotern
Gemäß der Erklärung des IFR-Vorsitzenden Junji Tsuda sind die wichtigsten Trends für die Zukunft die Digitalisierung, die Vereinfachung der Roboterbedienung und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine ohne Schutzvorrichtungen. Die Digitalisierung ermöglicht die Verknüpfung von Produktionsdaten mit Analyse- und Machine-Learning-Systemen - was zu einer selbstständigen Optimierung von Prozessen führen kann. Dies ist jedoch noch nicht Realität für die meisten Unternehmen.
Die Vereinfachung der Roboterprogrammierung, z. B. durch intuitive Schnittstellen oder Sprachbefehle, kann den Markt für Unternehmen ohne spezielle IT-Ressourcen öffnen. Dies kann die Einführung der Automatisierung sogar in kleinen Betrieben beschleunigen. Da es jedoch keine Daten über konkrete Systeme gibt, die bereits implementiert wurden, ist eine Bewertung der Wirksamkeit dieser Lösungen nicht möglich. Daher sollten Prognosen über die Zukunft der Robotik als Entwicklungstrends und nicht als bestätigte Fakten betrachtet werden.



