Die neue Robotergeneration ist auf physische KI ausgelegt.
Universal Robots stellte die Gen-7-Plattform auf der IMTS-Messe im September 2026 vor. Dies ist nicht nur ein weiteres Update, sondern eine komplette Neuentwicklung von der Steuerung über das Teach Pendant bis zum Werkzeugaufnahmesystem. Die neue Generation wurde entwickelt, um Industrieroboter herstellte. in Echtzeit mit KI-Modellen ohne zusätzliche externe Computer zu arbeiten. Der Schlüssel dazu ist das neue g-Series-Werkzeugaufnahmesystem, das den direkten Anschluss von Kameras und Hochgeschwindigkeitssensoren ermöglicht und so komplizierte Verkabelungen reduziert und die Zuverlässigkeit des Systems erhöht.
Der integrierte Kraft- und Drehmomentsensor, unterstützt durch Impedanzsteuerung und RTDE (Real-Time Data Exchange), ermöglicht es dem Roboter, physischen Kontakt wahrzunehmen. Dies ist der Schlüssel zu Anwendungen wie geschickter Manipulation - z. B. präzises Montieren von Komponenten an schwer zugänglichen Stellen oder sanftes Bewegen von Glasbauteilen. Dadurch kann der Roboter nicht nur Aufgaben ausführen, sondern auch durch Interaktion mit seiner Umgebung „lernen“ - was die Grundlage für physische KI ist.
Neue Steuerung und Software als Grundlage für die Automatisierung der nächsten Generation.
Das zentrale Element von Gen 7 ist die neue CB7-Steuerung, die 40 % mehr Rechenleistung in einem um 30 % kleineren Gehäuse bietet als frühere Generationen. Dies ermöglicht den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Kommunikationsnetzwerke - von SPS und HMI bis hin zu MES-, Vision- und IPC-Systemen - ohne zusätzliche Schalter. Die Steuerung ist sowohl als eigenständiges Gerät als auch in einer kompakten Version für den Einbau in einen Schaltschrank erhältlich.
Die PolyScope X-Software ist ein weiteres Schlüsselelement der Plattform. Sie ist mit offenen APIs und ROS2-Unterstützung integriert und ermöglicht die Programmierung von KI-Anwendungen am Edge (Edge-KI) ohne externe Computer. Integratoren können zusätzliche Pakete wie ProfiSafe, OPC-UA oder Logik sowie Software von Drittanbietern wie Inbolt 3D Vision Guidance oder Rocketfarm Pally verwenden. Dies ist eine offene Architektur, die die Einführung neuer Lösungen beschleunigt.
Vereinfachte Programmierung und schnellere Inbetriebnahme.
Der neue TP7-Lehrarm ist über 20 % leichter und ergonomischer als frühere Generationen. Er verfügt über mehrere Griffpositionen, konfigurierbare intelligente Tasten und ein Full-HD-Display. Ein neuer virtueller Joystick erleichtert die Programmierung selbst der anspruchsvollsten Bewegungen. All dies soll die Lernzeit verkürzen und die Effizienz des Bedieners steigern.
Darüber hinaus wurde das SP7 Smart Panel eingeführt - eine Schnittstelle zur Programmierung direkt am Werkzeughalter. Dank der sicheren Freedrive-Funktion, LEDs und drei konfigurierbaren Tasten kann der Bediener Roboter an ihrem Einsatzort programmieren. Dies ist besonders nützlich in Produktionsumgebungen mit hoher Variabilität - z. B. bei kleinen Losgrößen oder häufigen Produktwechseln. Dadurch werden die Inbetriebnahmezeiten verkürzt und die Notwendigkeit spezieller Programmierstationen entfällt.
Sicherheit, Zertifizierungen und Einsatzbereitschaft
Vergrößertes Bild.Vergrößerung schließen.Vorheriges Bild.Gen 7 unterstützt nicht nur neue Technologien - es ist auch für den Einsatz in realen Industrieumgebungen bereit. Alle Roboter der g-Serie sind gemäß ISO 10218-1 und UL1740 von TÜV zertifiziert. Der CB7-Controller unterstützt Sicherheitsfunktionen nach PLd, Kategorie 3 (ISO 13849-1). Teradyne Robotics ist nach IEC 62443-4-1 ML3 im Bereich der digitalen Sicherheit zertifiziert - was bedeutet, dass die Sicherheitsmaßnahmen in jeder Phase des Softwarelebenszyklus integriert sind.
Die Plattform unterstützt auch das UR+-Ökosystem, das Produkte von Partnern identifiziert und testet. Alle Elemente im Portfolio werden sowohl vom Partner als auch von Universal Robots verifiziert, wodurch das Integrationsrisiko reduziert wird und Kunden Roboter schneller in Betrieb nehmen können, ohne lange Tests durchführen zu müssen.
Was bedeutet das für die Industrie?
Gen 7 ist nicht nur Technologie - es ist eine Veränderung des Ansatzes zur Automatisierung. Dank der integrierten Unterstützung für physische KI kann der Roboter nicht nur Aufgaben ausführen, sondern auch in Echtzeit dazulernen. Dies eröffnet neue Möglichkeiten in der Produktion mit hoher Variabilität, wo schnelle Anpassungsfähigkeit entscheidend ist.
Die Einführung neuer technischer Lösungen - wie die direkte Anbindung von Sensoren an den Greifer oder die Integration von KI am Edge-Gerät - reduziert die Systemkomplexität erheblich. Dadurch können Unternehmen, die keine Robotikexperten sind, neue Anwendungen schnell implementieren, ohne zuerst eine komplexe IT-Infrastruktur aufbauen zu müssen.
Es ist jedoch wichtig zu betonen: Obwohl Universal Robots die Bereitschaft für physische KI erklärt und Demonstrationen mit Partnern durchführt, gibt es noch keine bestätigten Daten über den tatsächlichen Einsatz dieser Lösungen in der Produktion. All dies befindet sich derzeit im Stadium von Demonstrationen oder Pilotprojekten.



